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Gebrauchshundesport ./. Ringsport
In Frankreich und in anderen europäischen Ländern werden neben dem Gebrauchshundesport nach Prüfungsordnung der FCI (bzw. des VDH) noch weitere Sportarten ausgeführt, wie z.B. Mondio-Ring, französischer und belgischer Ringsport oder KNPV-Sport. Der Unterschied zum deutschen Hundesport liegt darin, dass der Figurant keine deutlich sichtbare, separate Beute-Manschette trägt: Im Ringsport kommen Beissanzüge zum Einsatz, so dass der Hund am ganzen Körper zufassen kann – ohne separates Beuteziel. Diese Sportarten sind in Deutschland nicht erlaubt.
Natürlich darf der Ringhund auch nur den Figuranten angreifen und keine Zivilpersonen, mit denen er in den Prüfungen ebenso konfrontiert wird. Auch die ungeschützten Körperteile des Figuranten sind für den Hund tabu - Hände und Gesicht der Ringhelfer sind schließlich nicht geschützt. Hinzu kommt dann neben extremen körperlichen Belastungen auch noch der unvergleichliche Gehorsam, der in Ring-Prüfungen kontrolliert wird (z.B. Abbruch einer Angriffsübung unmittelbar vor dem Anbiß).
Prüfungsanforderungen im französischen Ringsport
Es gibt im französischen Ringsport eine Vorprüfung (Brevet) sowie drei Prüfungsstufen (Ring I, II und III), die in den Schwierigkeitsgraden entsprechend variieren.
Die Reihenfolge der einzelnen Übungen ist variabel. Sie wird vor jedem Wettkampf ausgelost und somit von Prüfung zu Prüfung für die jeweils gemeldeten Teilnehmer neu festgelegt. Ein “Chien blanc” (Probehund) führt dann den ausgelosten Prüfungsablauf vor.
Für die Teilnahme an weiterführenden Prüfungen bzw. Qualifikationsprüfungen bestehen hoheVoraussetzungen .
Unterordnungs-Bestandteile
1.) senkrechte Steilwand
Der Hund muss eine Steilwand hin und zurück überwinden, minimale Höhe 2 Meter – die Höhe kann auf 2,30 Meter erhöht werden (Punktberücksichtigung).
2.) Sprung-Hindernis
Der Hund muss ein Hindernis hin und zurück überspringen, welches aus einem Graben von 1,50 m Länge besteht und eine Höhe von mind. 1 m hat – die Höhe kann auf 1,20 Meter erhöht werden (Punktberücksichtigung).
3.) Weitsprung: Graben
Der Hund muss in einem Satz einen Graben von 3 m Länge überspringen – die Weite kann auf 4,50 Meter verlängert werden (Punktberücksichtigung).
4.) Leinenführigkeit
Der Hund muss seinem HF an einer 1 m langen Leine, auf einer vom Richter angewiesenen Strecke exakt “bei Fuß” folgen.
5.) Freifolge
siehe 4.) Leinenführigkeit – nun ohne Leine, aber mit Maulkorb.
6.) Voraussenden
Auf ein Zeichen oder Befehl des HF, welcher auf seinem Platz stehen bleibt, muss sich der Hund geradelinig 30 m ohne anzuhalten entfernen. Auf Ruf des HF, muss der Hund in die Fuß-Position zurückkommen.
7.) Distanzkontrolle (Sitz-Steh-Platz)
Nach den Anweisungen des Richters hat der HF seinem Hund auf Entfernung (18 m) folgende Positionen zu befehlen: Sitz, Steh, Platz – mehrfacher Positionswechsel, zweimal pro Position.
8.) Ablage
Der HF befiehlt seinem Hund auf Richteranweisung “Platz” oder “Sitz” und entfernt sich für 1 Minute. Während dieser Zeit darf sich der Hund weder bewegen noch den angewiesenen Platz verlassen.
9.) Zurückbringen eines ungesehenen Gegenstandes
Der HF lässt seinen Hund “bei Fuß" gehen und verliert einen Gegenstand, ohne dass der Hund dies mitbekommt. Auf Befehl des HF nimmt der Hund den Gegenstand auf und präsentiert ihn dem HF.
10.) Zurückbringen eines gesehenen Gegenstandes
Der HF läuft mit seinem Hund “bei Fuß" und verliert vor den Augen desselben einen Gegenstand. Ohne Halt und Befehl des HF nimmt der Hund ihn auf, holt den HF ein und präsentiert ihm den Gegenstand.
11.) Zurückbringen eines geworfenen Gegenstandes
Der Hund sitzt unbeweglich “bei Fuß", während der HF einen Gegenstand mindestens 5 m weit vor ihn wirft. Der Hund muss den Befehl des HF abwarten um den Gegenstand in höchstens 30 Sekunden zu finden und zurückzubringen.
12.) Futterverweigerung
Der Hund wird vom HF abgelegt, welcher dann aus seinem Blickfeld verschwindet. Der Hund darf die vier Futtergaben, die ihm zugeworfen werden, weder fressen noch ablecken. Er darf sich dabei nicht vom Platz bewegen.
Auf dem Gelände sind während der gesamten Prüfungsdauer Futterbrocken ausgelegt, welche der Hund weder fressen noch ablecken darf.

Schutzdienst-Bestandteile
13.) Flucht mit Angriff
Auf Befehl des HF greift der Hund den Helfer, der ungefähr 30 m entfernt ist, an. Der Helfer verteidigt sich mit einem Stock. Der Hund muss mind. 15 Sek. im Anbiss bleiben und hat auf Befehl des HF auszulassen.
14.) Flucht ohne Angriff
Die gleiche Übung wie zuvor, nur mit dem Unterschied, dass der Helfer nicht auf den Hund wartet, sondern flieht und nicht anhält, bevor der Hund anbeißt. Der Anbiss muss mind. 15 Sek. gehalten werden und auf Befehl des HF muss der Hund auslassen.
15.) Flucht ohne Anbeißen
Der HF schickt seinen Hund dem Helfer, welcher 30 m entfernt ist, nach. Dann muss er seinen Hund so nahe wie möglich am Helfer stoppen. Der Hund darf den Helfer nicht beißen oder berühren.
16.) Angriff mit Revolver
Diese Übung setzt sich zusammen aus:
Angriff mit Revolver 40 m, Bewachungsphase, zwei Fluchtversuche
Auf Befehl des HF wird der Hund zu dem 40 m entfernten Helfer geschickt. Dieser gibt einen Schuss ab, wenn der Hund ca. 12 m bzw. 7 m entfernt ist, und schließlich, wenn er einbeißt. Der Anbiss muss 10 Sek. gehalten werden. Der Hund muss auf Befehl des HF auslassen und den Helfer bewachen. Der Helfer versucht, zwei Mal zu flüchten. Dies muss der Hund verhindern.
17.) Gegenstand bewachen
Der HF vertraut seinem Hund einen Gegenstand an und verschwindet vom Gelände. Der Helfer versucht zwei Mal, den Gegenstand wegzunehmen. Der Hund darf sich nicht vom Gegenstand entfernen und muss innerhalb der Bewachungszone den Helfer angreifen.
18.) Schutz und Verteidigung des HF
Diese Übung ist unterteilt in: Wachsamkeit, Gespräch, Verteidigung des HF, Auslassen
Der HF läuft auf das Gelände und trifft den Helfer und spricht mit diesem. Der Hund muss sich ruhig verhalten. Dann gehen Helfer und HF auseinander. Nachdem der Helfer fünf Schritte gemacht hat, dreht er sich um und versucht, den HF von hinten zu überfallen. Ohne Befehl muss der Hund eingreifen und seinen HF verteidigen.
19.) Suchen und Aufspüren
Die Übung ist unterteilt in: Suchen und Aufspüren, Fluchtversuche, Transport des Helfers
HF und Hund kommen wieder auf das ca. 2 000 m² große Gelände. Der Helfer versteckt sich hinter einem der sechs bis zehn Verstecke. Auf Befehl muss der Hund den Helfer suchen. Hierfür hat er max. zwei Minuten Zeit. Hat der Hund den Helfer gefunden, so muss er dies durch Verbellen anzeigen. Der Hund darf den Helfer nicht beißen. Der HF begibt sich zum angezeigten Versteck. Dort angekommen versucht der Helfer, den HF anzugreifen. Der Hund muss dies spontan unterbinden. Auf Befehl muss der Hund vom Helfer ablassen. Der Helfer versucht zu fliehen und gibt dabei einen Schuss ab. Der Hund muss unerschrocken eingreifen und die Flucht vereiteln. Der HF entwaffnet den Helfer und bringt diesen zur Richter-Jury. Auf dieser Strecke versucht der Helfer, zwei Mal zu fliehen. Der Hund muss selbständig und schnell reagieren.
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